War der Münz-auf-Auge-Brauch eine jüdische Bestattungspraxis in der Zeit des Zweiten Tempels?

Im Juni 2011 gab die Israel Antiquities Authority Details eines Beinhauses bekannt, das sie um 2008 erworben haben und das die Inschrift trägt: ‚Mariam Tochter von Jeschua‘ bar Qayafa, Priester aus Ma’aziah aus Bet ‚Imri‘. Das Beinhaus ist unbewiesen, soll aber aus der Nähe des Elah-Tals stammen. Dies ist das erste Mal, dass der Name Qayafa (Kaiphas) auf einer anderen Inschrift als denen auf Beinhäusern im Kaiphas-Grab in Nord-Talpiyot, Jerusalem, gefunden wurde, von dem angenommen wird, dass es sich um das Grab des Hohepriesters Joseph Kaiphas und seiner Familienmitglieder handelt. Die neue Inschrift bietet die Möglichkeit, ihre Informationen über die Kaiphas-Familie mit denen aus dem Kaiphas-Grab und mit Hinweisen auf den Hohepriester Kaiphas und die Kaiphas-Familie in der Josephus- und rabbinischen Literatur in Beziehung zu setzen. Dieser Artikel argumentiert, dass das Epitheton ‚bar Qayafa‘ an Yehosef auf dem ‚Kaiphas‘ Beinhaus und an Yeshua auf dem ‚Mariam‘ Beinhaus, wird nicht als wahrer Patronym verwendet, sondern als Familienname, entspricht Josephus ‚Verwendung von ‚Kaiphas‘ als Quasi-Nachname des Hohenpriesters. Kaiphas ist ein Spitzname, wahrscheinlich ursprünglich vom Vorfahren der Familie getragen und dann als Familienname verwendet. Die offensichtlichste Bedeutung im Aramäischen des Namens Kaiphas (‚das Gelee oder die Kruste, die sich auf gekochtem Fleisch bildet‘) kann durchaus die tatsächliche Bedeutung sein, vergleichbar mit einigen anderen abfälligen Spitznamen dieser Zeit. Die ‚Mariam‘ Inschrift informiert uns, dass die Familie zum Ma’aziah Priesterkurs und zur Unterabteilung (‚Vaterhaus‘) von ‚Imri gehörte. Wenn der gemeldete Ursprungsort des Beinhauses ‚Mariam‘ korrekt ist, hilft es uns, das Haus der Familie zu finden, das die Tosefta als Bet Maqoshesh aufzeichnet. Es könnte sich um das moderne Khirbet Qeiyafa handeln (die Siedlung wäre später nach ihrer mächtigen lokalen Familie benannt worden). Die Entdeckung, dass die Familie eine Grabstätte in der Nähe ihres Hauses auf dem Land hatte, sowie das Kaiphas-Grab in der Nähe von Jerusalem, kann helfen zu erklären, warum letzteres relativ klein und überfüllt ist. Diese Schlussfolgerungen tragen dazu bei, unser immer genaueres Bild der mächtigen Priesteraristokratie der späten Zeit des Zweiten Tempels zu vervollständigen.

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